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Raus aus der Krise – Folge 2: Der 80 Milliarden Schatz

Die Corona-Pandemie hat massiv die Konsumgewohnheiten verändert. Davon hat der Onlinehandel sehr profitiert. amazon & Co konnten aber 2020 bei weitem nicht die gesamte Kaufkraft abschöpfen. Viele Konsumentscheidungen, vor allem für teurere Produkte und Dienstleistungen, wurden aufgrund der unsicheren Zukunftsperspektive aufgeschoben. Trotz realer Einkommensverluste verfügen so viele Haushalte nach der Krise über mehr Geld als vor der Krise. Wie können Sie davon profitieren?

Das Eldorado liegt in Deutschland 

Verbraucher sparen, statt zu konsumieren, wenn sie unsicheren Zeiten entgegensehen. In der EU hat sich 2020 die Sparquote verdoppelt. In Deutschland stieg sie immerhin um 5% auf 16,6% des verfügbaren Einkommens. Die höchsten Sparquoten sind in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen Hamburg und Rheinland-Pfalz anzutreffen. 

Zusätzlich war es im vergangenen Jahr oftmals gar nicht möglich Geld auszugeben. Dies betraf insbesondere den Kultur-, Freizeit- und Tourismussektor. Durch den Lockdown und die damit einhergehende Verunsicherung gingen die privaten Konsumausgaben im ersten Quartal 2020 um 1, 4% im zweiten um 13% und im dritten um 3,7% im Vergleich zum Vorjahr zurück.  (Quelle destatis.de) Auch wenn die Reallöhne im vergangenen Jahr gesunken sind, ist davon auszugehen, dass ungefähr 80 Milliarden EUR zusätzlich für den privaten Konsum in 2021 und 2020 zur Verfügung stehen. Dementsprechend geht das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) für Deutschland von einem Wirtschaftswachstum von 3,1 % im Jahr 2021 und von 4,5% im Jahr 2022 aus. 

Wie kann der Tourismus diesen 80 Milliarden Schatz heben? 

In seiner Gesamtheit wohl gar nicht, dazu ist der Wettbewerb mit anderen Branchen einfach zu groß. Zumal der Tourismussektor stark angeschlagen aus dem Krisenjahr hervorgeht und Marketingbudgets deutlich niedriger als in anderen Branchen sind. Wie sie sich dennoch behaupten können zeigen wir hier: 

  • Erster sein 
    Für die meisten Menschen war das zurückliegende Jahr voller Entbehrungen. Auch im neuen Jahr werden wir, zumindest in der ersten Jahreshälfte noch auf einiges verzichten müssen. Je länger diese Phase andauert, um so größer ist unser Wunsch nach Belohnung für das disziplinierte Durchleiden der auferlegten Beschränkungen. Mit intelligentem Digitalmarketing hat der Tourismus auch mit kleinem Budget große Chancen bei den Konsumenten ganz vorne im Relevant Set der Belohnungen zu landen. 
     
  • Vertrauen schaffen 
    Auch andere Branchen haben in der Vergangenheit massive Krisen durchgemacht. In der Bankenkriese vor gut einem Jahrzehnt hat ein Autokonzern seinen potentiellen Käufern angeboten, dass sie ihr Fahrzeug zurückgeben könnten, wenn sie ihren Job aufgrund der Krise verlieren. Der Hersteller hat sich so aktiv der Sorgen der Konsumenten angenommen und das Vertrauen in seine Marke gestärkt. Dieses Vorgehen kann gerade am Anfang des Jahres zu mehr Buchungen führen. 
     
  • Resonanzräume anbieten 
    Was lange nicht möglich war soll jetzt nachgeholt werden. Gesucht wird mehr denn je das besondere Erlebnis. Das Geld, um sich etwas zu gönnen, ist vorhanden. Mit dem durch Sparen oder Konsumverzicht gestiegenen finanziellen Ressourcen wächst aber auch der Anspruch. Nach langer Isolation im Homeoffice haben viele das Bedürfnis nach Resonanz – (Link zum vorangegangenen Artikel) Sie wollen sich mit anderen lebendig verbunden fühlen. Destinationen und Leistungsträgern sollten diese Resonanzräume einrichten.  

Fazit für Ihr Tourismusmarketing 2021: Überprüfen Sie Ihre Digital-Strategie. Wer jetzt schnell die richtigen Weichen stellt, kann von dem „Konsumstau“ des zurückliegenden Jahres profitieren. Dabei ist es wichtig Vertrauen aufzubauen und den Wunsch nach Erfahrungen, die auch nach der Reise einen bleibenden Eindruck hinterlassen, zu erfüllen. Über digitale Micro-Kampagnen können Sie die Nachfrage auf Ihr Angebot effizient kanalisieren.  

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